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Wie ihr vielleicht bisher erahnen konntet, hat uns Rumänien bis dato nicht überzeugt gehabt. Falls nicht, hole ich euch das nochmal kurz ins Gedächtnis: Müll.
Es war also Tag 3 in Rumänien und wir starteten aus dieser verschneiten Winterlandschaft Richtung Bran. Bran. Genau, wer kennt es nicht. Wir wollten zum Schloss Bran, da es das „Dracula-Schloss“ genannt wurde aufgrund der großen Ähnlichkeit im gleichnamigen Roman. Wir fuhren also tiefer in die Karpaten und Ernst kämpfte sich tapfer die Serpentinen hoch. Zweiter Gang, mein bester Freund. Wir kamen durch entlegene Dörfchen und tiefe Wälder, es hatte schon etwas mystisches, was zu Dracula passte. Knoblauch hatten wir vergessen, Vorbereitung ist doch alles… Dann fuhren wir nach Bran ein und tata! Ein Touristendörfchen erster Klasse. Vorbei mit der ländlichen Beschaulichkeit. Restaurant, Souvenirs und Parkplatzwächter an jeder Ecke. Aber ok, wir wollten uns das Sagen umwogene Schloss trotzdem anschauen. Gesagt, getan. Am Eingang dann aber: „Big dog no possible“. Laika ist also inzwischen ein big dog. Sie fühlte sich geschmeichelt und wir zogen wieder ab, hatten wir uns geschworen nur dort hineinzugehen, wo auch unser Fluff mitreindurfte. Vor dem Eingang des Schloss wurde Conny noch von einer vom Dachlawine eiskalt getroffen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt, aber es passte in unser Bild von Rumänien. Da wir nun schon für zwei Stunden ein Parkticket gekauft hatten schlenderten wir noch über den Touristenmarkt und kauften Räucherkäse und – jetzt kommt’s – handgewebte und -gestrickte Partner-Schafs-Woll-Pullover. So langsam werden wir doch zu einer Person.
Wir fuhren dann weiter in die Karpaten und fanden oberhalb eines kleinen Dorfes ein tolles Plätzchen wo wir (wieder im Schnee) übernachten wollten. Der Sonnenuntergang in den Bergen war herrlich, die Gipfel funkelten und schienen in allen Rot- und Orangetönen. Wir waren gerade dabei schlafen zu gehen, da hupte es und ein Auto fuhr mehrmals um uns rum und zog wieder ab. Wer sollte das sein? Eine halbe Stunde später klopfte ein Mann mit einem riesengroßen Hütehund (der hatte bestimmt 75 cm Höhe). Wir öffneten erfurchtsvoll die Schiebetür eine Standpauke für falsches Parken erwartend, und der Mann fragte entgegen aller Erwartungen: „Problem?“ Wir winkten ab. Was für eine nette Geste! Der Mann wohnte wohl etwas 200 m weiter und dachte wir hätten ein Problem mit dem Auto und wollte lediglich seine Hilfe anbieten. Wir antworteten mit „Camping“ und er verstand uns und erwiderte „Ah, camping, camping!“ und zog wieder von dannen. In dieser wunderbar klare Bergluftsnacht mit tollen Sternen am Himmel fielen wir in tiefen Schlaf.
Die nächsten zwei Tage machten wir Strecke und fuhren aus den Karpaten raus über Ramnicu, Pitesti und Slatina. Dort übernachteten wir, bevor es dann weiterging um schnellstmöglich nach Widin in Bulgarien zu kommen. Auf dem Weg fanden wir immer wieder alte abgestellte Flugzeugwracks. An einer Stelle hatte jemand drei davon zusammengestellt und wohnte darin. Unser Resüme zu Rumänien: Nicht nochmal.

2 Comments

  1. was für eine Überschrift
    Habe schon gedacht , Rumänien – das Ende (der Reise…. aus irgendwelchen Gründen immer)
    Gott sei dank ! Es geht euch gut, unserem lieben Weihnachtsgast Laika ebenso, und Ernst macht tapfer mit.

    • Hallo Marie, soll ja spannend bleiben 😉 Ja, bisher läuft es Bestens! Wir können es uns kaum traumhafter vorstellen. Der Weihnachtsgast benimmt sich auch weiterhin, meistens ist sie einfach nur niedlich, das kann sie ja ganz besonders… Ganz viele Grüße aus (inzwischen) Griechenland, Conny & Martin

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