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Es ist ja beinahe unfair Rumänien gegenüber, aber wir freuten uns so sehr darauf etwas Anderes als die Müllberge zu sehen, dass wohl auch ein Minenfeld inmitten einer Zombiearmee eine willkommene Abwechslung dargestellt hätte.

Zum Glück erwartet ja niemand einen objektiven Reisebericht von uns, uns so kann ich mit ruhigem Gewissen berichten, dass wir unsere Scheuklappen aufsetzten, den Brückenzoll nach Bulgarien frohen Herzens entrichteten und einfuhren in das wohl schönste Land auf Erden… zumindest für den Moment. Wir schafften es erfolgreich die ebenso zerfallenen Häuser wie vor der Grenze zu ignorieren und genossen stattdessen den Sonnenschein des sehr frühen Frühlingsanfangs. Bulgarien also, viel weites Land, auch Müll (aber weniger), zerfallene Häuser, aber irgendwie mit mehr Liebe von Weinranken und Kletterrosen zusammengehalten als bei den Nachbarn im Norden. Viel Zeit haben wir uns auch für dieses Land nicht eingeplant, noch immer treu dem Motto: Was so dicht bei ist, kann man auch später wieder besuchen und braucht dafür kein Jahr Auszeit nehmen.

So polterten wir mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von 160km/Tag gen Süden. Das mag erstmal nicht viel klingen, aber das sagen auch nur die, die die Straßen noch nie mit eigenen Augen gesehen haben. Ohne einen wachsamen Copiloten, der den Fahrer immer vor tiefen Kratern im Asphalt warnt, wäre sicher schon mehr am Ernst kaputt gebrochen, dennoch rüttelt es einem teilweise die Schrauben aus den Verkleidungen des Wohnraums, ganz zu schweigen von Flugobst und sonstigen losgerissenen Reiseutensilien.

Nach der ersten Übernachtung im einem wunderschönen Nationalpark mit tollen Wanderwegen, die um eine, in den Fels gehauene, alte Burg führten, füllten wir unsere Frischwasservorräte an einer nahen Quelle auf und brausten Richtung Hauptstadt. Man erkennt in Sofia regelrecht den Spagat zwischen alter Sowjetzeit und den Neuerungen der EU. Die westliche Welt mit ihren stark beworbenen Konsumgütern wirkt im Geiste irgendwie deplatziert zwischen der Architektur der UDSSR. Trotzdem fühlte man eine regelrechte Gelassenheit in den Blicken der Passanten. Wir nutzen diese kurzen Aufenthalte in Städten immer gerne um mit unserer Laika weiter zu trainieren, wie man sich in Gegenwart von anderen Hunden und fremden Menschen richtig verhält. In den meisten Fällen ist allerdings nicht mehr unser geliebter Vierbeiner, sondern eher die gutmeinenden Zweibeiner das Problem. Und auch in dem Fall als uns die überaus freundlichen Kellner eines örtlichen Restaurants wieder vor die Tür baten, da Hunde nicht erwünscht seien, war Laikas Reaktion denen ins Foyer zu pinkeln (vor Freude!) auch irgendwie angebracht… finden wir zumindest.

Wir begaben uns auf Sofia‘s Hausberg, wo noch ordentlich Schnee zu liegen schien. Und verbrachten dort eine stürmische Nacht. Am nächsten Tag nahte er. Der erste WINDENEINSATZ. Wir nennen es mal einen sanften Anfang, denn nicht Ernst selbst war das Opfer seiner unumsichtigen Fahrer geworden, sondern ein PKW, der sich auf dem Parkplatz eines kleinen Skigebietes im losen Schneegraben festgefahren hatte. Also: freundlich sein, Hilfe anbieten, Auto zurück auf die Straße ziehen, neue nette Leute kennen lernen. Ob wir selbst wieder heil von dem Glatteishügel heruntergekommen sind? Davon erzählen wir beim nächsten Mal mehr.

One Comment

  1. Elisabeth

    Schön siehts da aus!

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